Berlin: Eine Frage der Wertschätzung und des Vertrauens

erschienen in bbZ – Zeitschrift der GEW:

Erwerbslose und arme Menschen leben in besonders prekären Lebensverhältnissen und sind häufig mit bösen Vorurteilen konfrontiert. Die Initiative BASTA! will sich mit diesen Menschen organisieren und ihnen eine kämpferische Perspektive bieten.

In Berlin bekommen 350.000 Haushalte Arbeitslosengeld II. Hunderttausende stocken geringe Löhne auf. Armut und Erwerbslosigkeit sind weit verbreitet. Geht es um Erwerbslose und Menschen mit kleinem Einkommen, haben viele Menschen Vorurteile. Sie betrachten Armut als Randphänomen und Arbeitslosigkeit als selbstverschuldet. Für die Betroffenen haben diese gesellschaftlichen Vorurteile gravierende Folgen. Das Stigma am Rand zu stehen, kann einen verändern. Das Vertrauen in die eigene Gestaltungskraft schwindet, während die eigene »Schuld« übersteigert wird und sich ein schlechtes Gefühl einstellt.

Unsere Erwerbsloseninitiative BASTA! hat zum Ziel, beides umzukehren. Weiterlesen

Sie bekommen’s auf dem silbernen Tablett serviert!

Am 6.6.2017 betrat die Erwerbsloseninitiative Basta das Jobcenter Tempelhof Schöneberg, um gegen den anhaltenden Ausschluss von nicht deutschsprachigen Menschen aufmerksam zu machen. Ein Silbertablett mit Wörterbüchern wurde übergeben: Für eine Grundsicherung unabhängig von Nationalität und Sprache.

Durch unsere wöchentliche Beratung treffen wir unzählige Menschen, den die Jobcenter die wildesten Lügengeschichten auftischen. Immer wieder hören wir, dass Menschen mit ihren ausgefüllten Anträgen weggeschickt werden, da angeblich ihre Deutschkenntnisse für HartzIV nicht ausreichend seien.

Um diesen Ausschluss – der so in allen Berliner Jobcentern stattfindet – zu bekräftigen, schmückt sich das Jobcenter Tempelhof-Schöneberg mit einem gelben Hinweisschild neben der Eingangstür. Hier werden die Menschen in Deutsch, Englisch und Arabisch darauf hingewiesen, dass sie für alles einen deutschen Sprachmittler_innen benötigen. Eine grobe Boshaftigkeit, da die Jobcenter dafür verantwortlich sind, diese zu organisieren, was dort freilich nicht geschrieben steht.

 

Zusammen gingen wir zum Jobcenter um unseren Unmut darüber den Bürokrat_innen auf dem „silbernen Tablett zu servieren“. Weiterlesen

Kiezbankett – Samstag 06. Mai ab 12 Uhr

Ort: FAU Lokal, Grüntaler Str. 24, 13357 Berlin

Bei Essen und Trinken stellen sich verschiedene Initiativen aus dem Wedding vor. Ob gegen schlechte Arbeitsbedingungen, Jobcenter-Stress, rassistische Diskriminierungen oder drohender Verdrängung aus den Kiezen wir sind nicht unterzukriegen.

Kommt vorbei und lasst euch inspirieren!

Schließtage bei BASTA! in April

Am Mittwoch, den 12.4. und am Mittwoch den 19.4. bleibt die Beratung wegen Urlaub von einigen von uns geschlossen. Dienstag und Donnerstag ist offen. Wir freuen uns über mehr und neue Berater*innen 🙂

Bis bald!

 

On Wednesday, 12th of April and Wednesday, 19th of April the counselling will be closed due to holiday. Tuesday and Thursday will be opened at the normal hours. We would be happy to find new counsellors 🙂

See you soon!

Bye-Bye-Beistand – Nicht mit uns

Bei BASTA! begleiten wir uns jede Woche mindestens 10 mal gegenseitig zum Jobcenter. Das ist unsere Art praktischer Solidarität. Bei den Jobcenter Terminen können wir so mit vereinter Kraft den Behandlungen der Behördenmitarbeiter trotzden und unsere Rechte besser durchsetzen.
Immer wieder kommt es vor, dass Begleitpersonen, die als sogenannter „Beistand“ mitgehen von den Sachbearbeiter*innen nach ihren Personalien gefragt werden oder sich „aus Höflichkeit“, so einige Sachbearbeiter*innen, vorstellen sollen.

Beides ist völlig unnötig, solange die begleitete Person der Anwesenheit des Beistands zustimmt. Weiterlesen

Materialien für Briefe ans Jobcenter auf Augenhöhe

Danke für den schönen Eloschule-Abend am Freitag! Ca. 20 Menschen waren da, eine super vorbereitete Gruppe, die uns inhaltlich durch den Abend geführt hat, es gab leckeres Essen, interessante Diskussionen und schöne Gespräche.

Einen Reader mit Material und Beispielen für Jobcenter-Briefe auf Augenhöhe findet ihr jetzt auch hier: http://basta.blogsport.eu/erwerbslosenschule/materialen/

Neben allgemeinen Tips zum Umgang mit Jobcenter-Schreiben gibt’s dort Beispiele zur Verhandlung der Eingliederungsvereinbarung, Widerspruch gegen Maßnahmezuweisung und Klage vor dem Sozialgericht oder einer Dienstaufsichtsbeschwerde.

Wir freuen uns auf den nächsten Freitag (24.03., 17 Uhr) zum Thema Sanktionen und sanktionsfrei.de!

Einladung zur BASTA! Erwerbslosenschule 2017

Wir laden Euch ein!

Endlich ist es wieder so weit: Wir starten in die zweite Auflage der Erwerbslosenschule, BASTA! macht Schule, und möchten euch gerne dazu einladen. In fünf Veranstaltungen soll es darum gehen, gegenseitig von den Erfahrungen mit dem Jobcenter-System zu lernen und die passenden Fähigkeiten zu entwickeln, um damit einen selbstbewussten Umgang zu finden. Aber wir wollen uns nicht die ganze Zeit mit Dingen beschäftigen, die sowieso schon unseren Alltag prägen und jede Menge Streß verursachen, sondern einen Blick darüber hinaus wagen und über Alternativen und Wege dorthin nachdenken.

Alle Veranstaltungen werden gemeinsam vorbereitet von Menschen, die bei BASTA! beraten wurden und auf die E-Mails der letzten Wochen und Monate hin, Themen vorgeschlagen haben. Dabei werden sie von den Menschen unterstützt, die ihr aus der Beratung kennt und die BASTA! als politische Projekt mitgestalten.

Und weil es gemeinsam sowieso viel unterhaltsamer, produktiver und ermutigender ist als alleine, obwohl man uns die ganze Zeit das Gegenteil einreden will, freuen wir uns darauf euch willkommen zu heißen!

 

Sa/So 11./12.03.2017, jeweils von 14-19 Uhr im Sprengelhaus, Sprengelstr. 15 im Wedding

Theaterworkshop – Weniger Stress bei Jobcenter-Terminen

Dieser Workshop ist ein Experiment. Er richtet sich vornehmlich Menschen, die ALG2-Beziehende zu ihren Terminen im Jobcenter begleiten wollen. Über Erfahrungsaustausch, kleine Rollenspiele, sowie Körper- und Stimmarbeit wollen wir die Wahrnehmung und Ausdrucksfähigkeit für ein angemessenes Auftreten verbessern. Geleitet wird der Workshop von einer Theaterwissenschaftlerin, die ihre frühere Erfahrung in der Arbeit mit freien Gruppen hierfür „reaktiviert“. Bitte bequeme Kleidung (die auch schmutzig werden darf), genug zu trinken und, falls vorhanden, eine Yogamatte mitbringen. Straßenschuhe müssen im Raum unbedingt ausgezogen werden! Wir fangen pünktlich an! Die Anzahl der TeilnehmerInnen ist begrenzt, um eine Anmeldung unter basta-eloschule@riseup.net wird gebeten.

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We don’t give our time for free!

Politicians of all parties and public authorities assume that unemployed and low-paid workers just didn’t offer themselves and their labour intensively enough and in the right way, that they didn’t engage enough in self-promotion as entrepreneurs of their own labour power. With this attitude the needless human suffering that accompanies austerity, ascetism and hard work is consolidated. The logic behind this is that in capitalism humans always have to do something for being considered their right to live.

The change of law concerning Hartz IV now states that those who increase, maintain or do not reduce their need of assistance have to pay back the Hartz IV benefits already received and do not get further benefits in the future.

Increasing one’s need for assistance means to endure every occupational situation in order not to have to apply for (more) Hartz IV. Bad conditions include excessive working hours, work intensification, subcontracted labour, senseless work, mobbing as well as unpaid extra work. If you quit your job because of this, to make matters worse, you become a debtor of the jobcenter. If you refuse a job, you do not only risk a 30% sanction of your unemployment benefits but on top a refund claim because of „antisocial behaviour“ (sozialwidriges Verhalten). And the wages expected in the future are only paid as loans.

In this way people are pressed into exploitation at work, having to justify themselves in the case of job loss and beg for whatever job available. We from the unemployment initiative call this forced (extra) labour under the impression of the punitive state. And we are against it. Today it may be widely accepted as reasonable to be forced to produce unnecessary rubbish that harms humans and environment or provide useful services as unpaid volunteers. Our vision of a good life looks different. Contact us if you are put under stress by the jobcenter. If you want to file an objection against the accusations of the jobcenter there is suspensory effect on the refund claim of the jobcenter.
Basta and Berlin Migrant Strikers.