Schikanen im Jobcenter – Basta Und Migrant Strikers mobilisieren für Blockupy

Deshalb waren die Arbeitslosen von Basta und die prekär Arbeitenden der Berlin Migrant Strikers am 25.8. im Jobcenter Neukölln. Von den Änderungen der Hartz IV Gesetze zum 1.8.2016 weiß hier keiner etwas, denen wir an diesem Vormittag im Jobcenter Neukölln davon erzählen. Wir sprechen mit Tayfun und Andre. Auch sie wissen nichts von einer Gesetzesänderung. Tayfun erzählt uns: „Es war unglaublich schwierig die Beamtin im Jobcenter davon zu überzeugen, das ich einen Sprachkurs machen will. Warum willst du deutsch lernen, geh lieber arbeiten. Ich hab dann trotzdem einen Sprachkurs gemacht. Aber jetzt hat das Jobcenter  diesen Monat kein Geld mehr gezahlt.

Wir fragen ihn: „Hat die Behörde das angekündigt?“ Tayfun: „Nein. Wie soll ich die Miete zahlen und wie mein Essen?“ Während zwei von uns Tayfun beraten und in die Leistungsabteilung begleiten, verteilen die anderen Flyer zu den Gesetzesänderungen und laden Leute ein mit uns das Arbeitsministerium am 2. September zu blockieren. Der 58 jährige Andre erzählt, er habe 20 Jahre als Koch gearbeitet. Als er krank wurde war es vorbei mit der Arbeitsstelle. Andre trocken: „Nun stecken die mich von einer Maßnahme in die nächste. Eine feste Arbeitsstelle mit einem Lohn für Wohnung, Essen und mal mit der Freundin an die Ostsee ist nicht drin. Ich versteh schon, die Maßnahmen nützen dem Maßnahmenträger mir aber nicht. Das ist wie der staatliche Zuschuss für Hausbesitzer bei Modernisierungen. Ich flieg nach der Modernisierung aus der Wohnung, wegen der teuren Miete. Wenn ich nicht zur Maßnahme geh, sanktionieren die mich. Dann haste gar kein Geld mehr, das ist mir schon passiert. Das Jobcenter ist nicht zimperlich. Die auf meiner Arbeit die waren auch nicht zimperlich. Berlin bleibt eine zweigeteilte Stadt und Neukölln ist ein Stadtteil der Armen.“

Deshalb gehen wir von Basta und den Berlin Migrant Strikers weiter da hin, wo wir andere Arbeitslose und sich arm Arbeitende treffen. Wir hören zu, bleiben im Austausch und helfen uns gegenseitig. Wem nützt die Konkurrenz der Menschen, der Länder? Es ist ein Schock diese soziale Härte zu erleben wie mit den Leuten in Griechenland umgegangen wird. Wie Leute nichts mehr zu essen haben, die Medikamente nicht mehr zahlen können, ihre Wohnungen verlieren. Und wenn du hörst, die Regierung hat beschlossen, das Arbeitslose wegen sogenanntem sozialwidrigen Verhalten zum Schuldner werden, dann ist das die gleiche Härte.

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