Stimmen aus der Beratung – Wohnen mit dem Jobcenter

müllVor unserer Aktion haben wir Menschen in unserer Beratung zu ihren Erfahrungen mit dem Jobcenter im Bereich Wohnen befragt. Wir haben die kurzen Erzählungen gesammelt und neu eingesprochen. Wir wollen euch das entstandene Audiomaterial hier nun bereitstellen. Der Eindruck entsteht, dass das Jobcenter systematisch versucht, die bestehende Wohnungsnot für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Ein permanenter Druck wird aufrecht erhalten und Geld gestrichen:

 

„Die Wohnung ist nicht erhaltenswert, schauen sie sich doch nach einer billigeren um“ Die Mietkosten von Ines liegen über der festgelegten Obergrenze und sie ist gezwungen den fehlenden Betrag aus ihrem Regelsatz zu begleichen. Dadurch entstanden Mietschulden die erst durch eine Klage vor dem Sozialgericht erkämpft wurden.

 

 

„Termine vergeben ist Teil ihrer Sparmaßnahmen.“ Anika verbrachte viel Zeit auf dem Jobcenter, um nach jeder Wohnungsbesichtigung die Angebote überprüfen zu lassen. Als sie eine Wohnung gefunden hatte, erhielt sie noch eine Sanktion dafür.

 

 

„Miete zahlt man ja bekanntlich von Anfang an.“ Trotz Umzugsgenehmigung weigerte sich das Jobcenter die Miete zu bezahlen. Eine Anmeldung beim Bürgeramt wurde als Voraussetzung genannt, obwohl der nächste freie Termin erst in 2 Monaten war. Das Jobcenter erzwang auf diese Weise einen Hausbesuch.

 

 

„Ich mach mich doch nicht zum Depp!“ Als die Miete durch eine Mieterhöhung über die vorgesehenen Obergrenzen stieg, wurde Stefan aufgefordert mit dem Vermieter über eine Mietsenkung zu verhandeln.


 

„Sie unterstützen die Vermieter in ihren unsozialen Auswahlverfahren.“ Durch gesonderte Obergrenzen bei den Heizkosten, kann ein Einzug verweigert werden, obwohl die Gesamtmiete noch im Rahmen liegt.

 

 

„Billiger als die Notunterkunft, dachte ich.“ Die Erzählung von Polina war mit ein Ausschlag für unsere Aktion. Trotz Wohnungslosigkeit verweigerte das Jobcenter die Übernahme einer Kaution. Die Begründung war der Untermietvertrag.

 

 

„Meine Wohnung wurde mir gekündigt, weil das Jobcenter aufgehört hat, mir die Miete zu überweisen.“ Eine fehlende Betriebskostenabrechnung führte zur Kündigung. Das Jobcenter stellte ohne Ankündigung die Mietzahlungen an den Vermieter ein. Erst durch die Kündigung erfuhr Paul von den fehlenden Mieten.

 

 

„Wir sind letztendlich immer die, die als unfähig dastehen.“ Bei Umzügen entstehen oft Überschneidungen von Mietzahlungen. In Irinas Situation stellte das Jobcenter seine Rechenkünste unter Beweis. Statt die Miete für die vollen Monate zu überweisen, wurden nur die Tage bezahlt in denen die Wohungen jeweils bewohnt waren. Das fehlende Geld führte direkt nach Einzug fast zur Kündigung.

 

 

„Ich wohne in einer WG, dooferweise habe ich das meinem Sachbearbeiter erzählt.“ Mit der Begründung, dass sich niemand an der Wohnung bereichern soll, wurde Clemens aufgefordert alle Mietverträge seiner Mitbewohner einzureichen.

 

 

„Jede, Jeder der schon mal beim Jobcenter war kennt den Quatsch der dort passiert.“ Ein Vermieterwechsel kann Behörden überfordern

 

 

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