Ein paar Gedanken zu unserer Aktion…

Liebe Freund*innen von Basta!

Vielleicht fragt ihr euch, was haben wir nun erreicht mit unserem gemeinsamen Aktion  am 25.7. im Jobcenter Berlin Mitte?

Die braven Verwalter im Amt lehnten natürlich jede Verantwortung für Obdachlosigkeit und Armut ab. Der anonyme Bürokrat ist von scheinbaren Sachzwänge getrieben Anträge wegen Wohnungswechsel (durch Kündigung, Modernisierung, Mietenexplosion, Abriss) und damit verbundene Kosten wie Kautionen zu verschleppen und abzuweisen. 

Wir hoffen mit der Aktion die Absurdität und den Zynismus von Behördenhandeln entlarvt und unseren Blick für die Wirklichkeit geschärft zu haben. Und wir haben für kurze Zeit die bürokratische Organisation außer Kraft gesetzt.

Zusammen haben wir das Jobcenter Mitte auf die Folgen ihrer Haltung hingewiesen, Menschen in die Obdachlosigkeit zu drängen. Dabei haben wir erfahren, sie nehmen Obdachlosigkeit für arme Leute, mit allen verheerender Konsequenz, in Kauf. Es gab also keinen Grund mit dem Jobcenter zu plaudern. Sie wollten unsere Aktionsgruppe mit einem scheinbaren Gesprächsangebot trennen und zerstören.

Es ist eine Herausforderung sich gegenseitig auch in kniffeligeren Situationen, außerhalb des geschützten Rahmens in der Beratung bei Basta, zu vertrauen. Es ist ein subjektiver Prozess eingeschliffene Gewohnheiten der Unterordnung im Amt über Bord zu kippen. Es war unsere gemeinsame Stärke, dass alle zu Wort kamen, Männer wie Frauen, Immigrant*innen wie Eingeborene. Jede nach Ihren Fähigkeiten und jeder nach seinen Bedürfnissen.

In diesem Sinne bleibt die gegenseitige Hilfe im Alltag und kontinuierlicher Widerstand für unsere solidarische Organisation die glaubwürdige Alternative gegen das Modell von Konkurrenzkampf und Selbstvermarktung. Es sind die kapitalistischen und neoliberalen Verhältnisse in denen wir leben die Armut und Ausbeutung und weitere Gewalt ermöglichen.

Wir freuen uns auf ein nächstes Mal.

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