Stimmen aus der Beratung – Wohnen mit dem Jobcenter

müllVor unserer Aktion haben wir Menschen in unserer Beratung zu ihren Erfahrungen mit dem Jobcenter im Bereich Wohnen befragt. Wir haben die kurzen Erzählungen gesammelt und neu eingesprochen. Wir wollen euch das entstandene Audiomaterial hier nun bereitstellen. Der Eindruck entsteht, dass das Jobcenter systematisch versucht, die bestehende Wohnungsnot für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Ein permanenter Druck wird aufrecht erhalten und Geld gestrichen:

 

„Die Wohnung ist nicht erhaltenswert, schauen sie sich doch nach einer billigeren um“ Die Mietkosten von Ines liegen über der festgelegten Obergrenze und sie ist gezwungen den fehlenden Betrag aus ihrem Regelsatz zu begleichen. Dadurch entstanden Mietschulden die erst durch eine Klage vor dem Sozialgericht erkämpft wurden.

 

 

„Termine vergeben ist Teil ihrer Sparmaßnahmen.“ Anika verbrachte viel Zeit auf dem Jobcenter, um nach jeder Wohnungsbesichtigung die Angebote überprüfen zu lassen. Als sie eine Wohnung gefunden hatte, erhielt sie noch eine Sanktion dafür.

 

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Ein paar Gedanken zu unserer Aktion…

Liebe Freund*innen von Basta!

Vielleicht fragt ihr euch, was haben wir nun erreicht mit unserem gemeinsamen Aktion  am 25.7. im Jobcenter Berlin Mitte?

Die braven Verwalter im Amt lehnten natürlich jede Verantwortung für Obdachlosigkeit und Armut ab. Der anonyme Bürokrat ist von scheinbaren Sachzwänge getrieben Anträge wegen Wohnungswechsel (durch Kündigung, Modernisierung, Mietenexplosion, Abriss) und damit verbundene Kosten wie Kautionen zu verschleppen und abzuweisen.  Weiterlesen

Sit-In im Jobcenter – Videobericht

Hier ein Video und ein Bericht zu unserer Aktion im Jobcenter! Danke nochmal an alle Beteiligten, ihr ward großartig!!

Für unser Recht auf Wohnen

Die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt ist bekanntermaßen äußerst angespannt, selbst halbwegs gut Verdienende haben große Schwierigkeiten ein Dach über dem Kopf zu finden. Für Hartz-IV-EmpfängerInnen zeigt sich die Lage angesichts der völlig unrealistischen Vorgaben der JobCenter für „angemessene Kosten der Unterkunft“ nahezu aussichtslos. Weiterlesen

Sit-In im Jobcenter Mitte

– Presseerklärung der Erwerbsloseninitaitve Basta, 25.07.2016 –

Seit 9:30 Sit-In von 40 Erwerbslosen und Unterstützer_innen im Jobcenter Berlin Mitte +++ Die Erwerbsloseninitiative Basta fordert Übernahme der Mietkautionen auch für Untermietverträge und die Bearbeitung von Umzugsgenehmigungen am Tag der Antragsstellung +++ Offenlegung von Dienstanweisungen, die diesen Forderungen widersprechen +++

Seit heute morgen 9:30 wird das Jobcenter am Leopoldplatz von einer ca. 40 köpfigen Gruppe Erwerbsloser und Niedriglöhner_innen besucht. Unterstützt wird die Aktion von der Initiative „Basta!“ und dem Bündnis „Zwangsräumung verhindern“, die bereits im Frühjahr durch die symbolische Beschlagnahmung einer Ferienwohnung in die Öffentlichkeit traten.

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Auf der Demonstration der Gewerkschaft FAU Berlin

Demonstration am 04.06.2016
Demonstration am 04.06.2016

Redebeitrag von BASTA, einer Erwerbsloseninitiative, die sich nicht nur mit Beratung und Begleitung gegen die Zumutungen der Jobcenter wehrt.
Haben die Hartz-Gesetze auf der einen Seite die Arbeitsverhältnisse durch Ausbau der Befristung und Leiharbeit zergliedert, werden von der anderen Seite die Erwerbslosen durch die Jobcenter in die schwierigsten Arbeitsbedingungen gepresst.
So wird der Staatsauftrag „Senkung der Anspruchslöhne“ erfüllt, was viele Erwerbstätige zur Aufstockung durch Leistungen vom Jobcenter nötigt und damit einem zusätzlichen Regime unterwirft. – Auch das Mindestlohngesetz, kaum kontrolliert, hat noch viele Ausnahmen, wenn es nicht gar durch Scheinselbständigkeit umgangen wird (die auch beim Bau der „Mall of shame“ alias „Mall of Berlin“ eine Rolle spielte). Weiterlesen

Der rote Mai ist gekommen! Neues aus dem Wedding

„Zahltag“ 02. Mai mit BASTA!

Am 02. Mai 2016 veranstaltete die Erwerbsloseninitiative BASTA! wieder einen „Zahltag“ – diesmal vorm JobCenter Wedding nahe Leopoldplatz. Dabei gab es wieder einen Info-Stand mit Kaffee und Kuchen, es wurden Flyer und Informationsmaterial an die ALG-II – Empfänger verteilt und zu Gesprächen eingeladen. Warum nennen wir das „Zahltag“? Das wichtige am „Zahltag“ ist das solidarische Begleiten von Erwerbslosen, denen Leistungen verweigert werden. Dadurch, dass erfahrene Begleiter*innen mit zu den JobCenter-Sachbearbeiter*innen mit aufs Büro kommen, konnten diese schon oft dazu bewegt werden, zunächst verweigerte Zahlungen dann doch zu leisten. So auch am 02. Mai.
So hatte man z. B. einem älteren behinderten Erwerbslosen seine Leistung nicht auszahlen wollen. Nachdem ein auch rechtlich versierter BASTA!-Aktivist ihn begleitend unterstützt hatte, ging es plötzlich doch. Das JobCenter rückte einen Scheck raus und zusätzlich sogar noch Fahrscheine. Der Erwerbslose war danach sichtlich erleichtert und guter Dinge.
Anschließend gingen viele zur traditionellen Erwerbslosen-Demo „Wir haben Zeit!“ am Senefelder Platz, wo mit Phantasie und Humor der tristen Erwerbsarbeitszwangsgesellschaft etwas entgegengesetzt wurde.

BASTA!-Aktion am 3. Mai 14 Uhr im LaGeSo

Herr Noro
Herr Noro

Eine beliebte Einschüchterungsmaßnahme von Jobcenter oder anderen Obrigkeiten ist die Vorladung zur psychologischen/psychiatrischen „Begutachtung“ – sei es, um Betroffene per ärztlich diagnostizierter „Arbeitsunfähigkeit“ aus der Erwerbslosenstatistik zu werfen, sei es, um demokratischem Widerspruchsgeist einen Stempel krankhafter „psychischer Störung“ aufzudrücken.

Im Vorfeld zu solch einer Untersuchung am 03.Mai 2016 hatte die vorgeladene Person (63) ein vier-Augen-Gespräch hinter verschlossenen Türen grundsätzlich abgelehnt – aufgrund einschlägiger Erfahrung befürchtete sie nachteilige Folgen; sie sei aber gerne bereit, sich mit der Amtspsychiaterin vor Zeugen und laufender Kamera auf der öffentlichen Grünfläche vor deren Amtssitz zu unterhalten.

Zum Zeitpunkt der Vorladung versammelten sich die vorgeladene Person, zwölf Unterstützer*innen von BASTA! sowie der steinalte, vierbeinige Herr NORO (16 ½ , entsprechend 123 Zweibeinerjahren) auf der vereinbarten Wiese und harrten der Dinge, die da passieren würden.
Frau Doktor Psych erschien natürlich (?) NICHT zum öffentlichen Hearing.